wenn ich gross bin, wenn ich tot bin

AUAWIRLEBEN 2000

Sinn verloren, bitte Leben abgeben. - Auf dem Höchststand der Zivilisation scheint es um nichts mehr zu gehen als mitzuhalten. Mit dem Trend, mit der Höchstgeschwindigkeit des Trendwechsels. Sinn macht, nicht nach ihm zu fragen. Sein Verenden kolportieren dramatisch die Nachrichten aus der Realität täglich neu, mal als Befreiung, mal als Katastrophe.

Die Produktionen, die wir zu auawirleben 2000 eingeladen haben, sind eigensinnige Behaup-tungen von Lebensintensität. Geschichten über Lebenssehnsucht, Lebenssucht. Ob die Figu-ren versuchen, das Leben zu fassen oder klein zu kriegen, es radikal erfahren wollen bis zur Selbstzerstörung oder es in LifeStyleZonen unter griffige Kontrolle nehmen, der Konfrontation mit Sinn, der Angst umsonst gelebt zu haben, entkommen sie nicht.

Nicht weniger eigensinnig sind die eingeladenen ProduzentInnen und ihre Produktionsformen. Die Zeit der Schamgrenzen zwischen institutionellen Trutzburgen und freier Wildbahn ist längst überfällig. In beiden Bereichen entwickelt sich arbeitsklimatisch wie strukturell der Hang zur Grossfamilie. Und beide nehmen sich die Freiheit zum Kooperieren, zur Vernetzung, zu Produktionsteams. Beides macht Sinn, ob realistisch oder künstlerisch mit Leidenschaft gedacht. „Realisten sind ausgeprägte Phantasten“ (Sarah Kane).

Vier der zehn Produktionen haben bei auawirleben Premiere, drei davon als Uraufführung, eine als deutsche Erstaufführung, ausserdem steht eine Koproduktion und eine festliche Taufe auf dem Programm. Zum Festen gibt übrigens mehr als eine Gelegenheit!

400 ASA, Zürich
Vier Frauen. Ein Singspiel von Lukas Bärfuss
R: Samuel Schwarz

Sabine Harbeke *21 productions Sabine Harbeke
God exists
R: Sabine Harbeke

Stadttheater Bern Véronique Olmi
Der Riss
R: Maria Kross

Stadttheater Bern Véronique Olmi
Die Umarmung des Skorpions Szenische Lesung

Theaterhaus Jena Franz Xaver Kroetz
Die Eingeborene
R: Claudia Bauer

Theater Basel Desirée Meiser
Burning alive
R: Desirée Meiser

Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt Sarah Kane
Phaidras Liebe
R: Laurent Chétouane

TIF Theater in der Fabrik, Staatsschauspiel Dresden Mark Ravenhill
Faust ist tot
R: Jan Jochymski

Kathir/Menke/Wigget, Zürich
La Gare of Broken Dreams
R: Ensemble

Theater Panoptikum Pazzo, Bern, Andreani, Praxmarer, Jenni, Freiburghaus
Wenn Schrauben sich lösen
R: Paul Weibel

Gendertainment, Basel Tom Ryser/Kleist
Outlander. Fremdgehen mit Kleist
R: Tom Ryser

 

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